Herzton-Sucht

2010
02.12

Da meine Frau Hebamme ist, hat sie neuerings eine eher unbegreifliche Sucht gepackt. Sie ist übereifrig bei der Arbeit. Und zwar an sich selbst. Als Arbeitsmaterialie hat sie ein Herztonlautsprecher-Dingens, mit dem man die Herztöne des Babys messen und hörbar machen kann. Das Gerät funktioniert per Ultraschall. Neuerdings benutzt sie es allerdings dauert auf ihrem eigenen Bauch um zu testen, ob das Baby noch immer in ihrem Bauch ist und lebt. Um es vorweg zu nehmen: Zu beidem gottseidank ein Ja!

Ich saß diese Woche abends bei einem Bier und dem DFB-Pokalspiel Werder Bremen gegen Hoffenheim vor dem Fernseher, als ich ein verräterisches Rauschen hörte. Meine Frau lag derweil bereits im Bett und guckte eine TV-Serie. Soweit war ich jedenfalls informiert. Fakt war jedoch, dass ich meine Frau mit dem Ultraschallgerät einfach schon wieder die Babyherztöne hören wollte. Es geht nun fast täglich so, dass sie (und ja… auch ich!) die Herztöne des kleinen Menschen versuchen einzufangen. Fraglich ist noch, wie laut und in welcher Art und Weise der Fötus diese Ultraschalluntersuchungen mitbekommt. Vielleicht ist er ja dann mit 35 taub wie Mozart und wir sind schuld. Das sehen wir dann ja später.

One Response to “Herzton-Sucht”

  1. Angie sagt:

    Sehr schön das ganze mal aus Sicht eines werdenden Papas zu lesen!
    Ich glaube ich hätte auch die ganze Zeit an dem kleinen Dingen gehangen, wenn wir so was gehabt hätten!
    Es ist oft so unwirklich, dass da wirklich ein kleines Lebewesen im eigenen Bauch ist…

    LG
    Angie

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